Zwanglosigkeit als Norm: Charles Fouriers politische Operationalisierung der Leidenschaften, in: Jochen Bung/Malte Gruber (Hg.), Normen der Empathie, Berlin: trafo-Verlag (Beiträge zur Rechts-, Gesellschafts- und Kulturkritik 11), erscheint: 2012
Zwanglosigkeit als Norm: Charles Fouriers politische Operationalisierung der Leidenschaften, in: Jochen Bung/Malte Gruber (Hg.), Normen der Empathie, Berlin: trafo-Verlag (Beiträge zur Rechts-, Gesellschafts- und Kulturkritik 11), erscheint: 2012
Abstract
Ausgehend von aktuellen Debatten über die sozio-politischen Implikationen der Empathie blickt der Artikel in der Geschichte zurück und geht einem Vordenker der politischen Funktionalisierung der Leidenschaften nach: dem Utopisten Charles Fourier. Dabei werden nicht nur seine sozialen Theorien der Kombination und Kontrastierung der Leidenschaften genauer betrachtet, sondern auch beleuchtet, wie die von ihm geplante Siedlungsarchitektur, das sogenannte Phalanstère, als operativer Raum zur Gemeinschaftsbildung beitragen sollte. Abschließend wird gefragt, ob die von Fourier dekretierte Zwanglosigkeit und Normfreiheit in seiner neuen sozialen Ordnung nicht selbst wiederum zum normativen Zwang werden würde und dabei die von Foucault thematisierte für den modernen Staat typische individualisierende Pastoralmacht ins Werk gesetzt würde.